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Suchtbericht 2010

 
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Christa
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Anmeldedatum: 29.04.2006 09:04
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BeitragVerfasst am: Sa 10.04.2010 10:32    Titel: Suchtbericht 2010 Antworten mit Zitat

Der Trend geht zum Vollrausch

Millionen Deutsche haben ein Alkoholproblem. Das untermauert nun das aktuelle Jahrbuch der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen (DHS). Demnach geht der Konsum insgesamt zurück. Doch die Zahl der mit akuter Alkoholvergiftung eingelieferten Menschen steigt rasant. Und das nicht nur bei Jugendlichen.

Alljährlich veröffentlichen die Experten der Hauptstelle für Suchtfragen einen Bericht über die Suchtgefährdung der Deutschen: Was hat sich verändert, wer ist betroffen, wovon kommen die Deutschen nicht los? Alkohol erweist sich dabei immer wieder als Volksdroge Nummer eins. Aber auch andere Suchtmittel wie Zigaretten, Tabletten oder Glücksspiel finden in dem Report Berücksichtigung. Grundlage der umfassenden Bilanz bilden unterschiedliche Studien aus den vergangenen Monaten

Das Fazit fällt für Politiker, Mediziner und andere Mahner ernüchternd aus: Der Suchtmittelkonsum der Deutschen bleibt auf unverändert "extrem hohem Niveau", wie die Macher des Jahrbuchs betonen. „Der Alkohol- und Tabakkonsum, der Gebrauch der Medikamente mit Suchtpotenzial und illegaler Drogen scheint unverrückbar“, heißt es mit frustriertem Unterton einleitend in der Studie über die Deutschen.

Zu viel Alkohol

Die Statistiken sprechen eine nüchterne Sprache: Im Jahr 2008 tranken die Deutschen 9,9 Liter reinen Alkohol und damit genausoviel wie im Jahr zuvor. Ein Trend lässt sich damit, wenn überhaupt, nur auf längere Sicht ablesen: In der vergangenen Dekade sank die Quote nur langsam um inzwischen 0,5 Liter. In den letzten fünf Jahren gab es jedoch kaum noch Fortschritte.

Die fast zehn Liter reinen Alkohols im Jahr verteilen sich dabei auf Bier (54 Prozent), Wein, Schaumwein und Spirituosen (18,4 Prozent). Im internationalen Vergleich findet sich Deutschland dabei nach Zahlen der Weltgesundheitsorganisation WHO an fünfter Stelle.

Steigende Zahl von Vergiftungen

Die Frage, womit die Deutschen sich denn nun am liebsten betrinken, verblasst beim Blick auf die regelrecht dramatischen Zahlen zu Vergiftungen durch Alkohol. So werden in der Notaufnahme immer häufiger Patienten mit einer Alkoholvergiftung eingeliefert. Deren Zahl sei 2008 auf insgesamt 109.283 Fälle gestiegen, erklärte der DHS-Geschäftsführer Raphael Gaßmann am Mittwoch.

Die Entwicklung zieht sich dabei quer durch alle Altersklassen. Im Jahresvergleich wuchs die Anzahl der Vollrausch-Patienten bei den Zehn- bis 20-Jährigen laut Jahrbuch um nicht weniger als 170,2 Prozent. Sich mit Alkohol zu betäuben, ist jedoch nicht nur bei Jugendlichen ein wachsendes Problem. Von der Öffentlichkeit nahezu unbemerkt tendieren auch alte Menschen mehr und mehr zum exzessiven Trinken. Die Zuwachsrate in den Altersgruppen 70 bis 75 und 80 bis 85 lag im Vergleichszeitraum über 200 Prozent. "Akuter Rausch und sogenanntes Komasaufen ist nicht allein ein jugendspezifisches Alkoholproblem", erklärte Gaßmann.

Besondere Aufmerksamkeit widmeten die Experten in diesem Jahr zudem dem Thema Alkohol und Gewalt. Projektmanagerin Christina Rummel sagte, drei von zehn Gewaltdelikten wie schwere Körperverletzung, Totschlag oder Vergewaltigung würden unter Alkoholeinfluss verübt. Opfer seien vor allem Frauen und Kinder. Frauen schlügen in der Regel nicht, wenn sie getrunken hätten. "Frauen trinken, wenn sie geschlagen wurden", sagte Rummel.

Zu viel Zigaretten

Aktuelle Zahlen zum Thema Rauchen kann das Jahrbuch nicht vorweisen. Es rechnet mit den letzten verfügbaren Daten aus dem Jahr 2006: Demnach gibt es in Deutschland 16,6 Millionen Raucher. Mittlerweile dürfte sich aber deren Zahl verringert haben. Denn, darauf weisen die Verfasser deutlich hin, die Maßnahmen gegen das Rauchen zeigen Wirkung. So ist der Tabakverbrauch 2008 deutlich zurückgegangen: Die Deutschen verbrauchten 2008 mit immer noch 87,5 Milliarden Zigaretten 3,8 Prozent weniger Glimmstängel als 2007. Als besonders erfreulich bezeichnete Gaßmann sinkende Raucherzahlen bei Jugendlichen.

Oft unterschätzt wird die Zahl der tabakbedingten Todesfälle in Deutschland. Gaßmann bezifferte sie auf 110.000 bis 140.000 pro Jahr. Der Trend zur Abkehr vom Rauchen ist jedoch eindeutig. Gaßmann sagte, in den vergangenen Jahren habe sich die gesellschaftliche Einschätzung geändert. Raucher würden eher schräg angesehen. Rauchen gelte als "Zeichen der Unvernunft". Das Jahrbuch bringt diesen Sinneswandel auch mit der zunehmenden Einschränkung der öffentlichen Werbung in Verbindung und wertet das als Erfolg der Präventionsmaßnahmen der vergangenen Jahre.

Zu viel Medikamente

Ein weiterer Schwerpunkt des Jahrbuchs ist der Missbrauch von Medikamenten. Mit der Zahl der älteren Menschen wächst auch ihre Bedeutung als Risikogruppe. Inzwischen würden 70 Prozent aller Medikamente von Menschen über 65 Jahren eingenommen, sagte Projektmanager Armin Koeppe bei der Vorstellung in Berlin.
Genaue Zahlen gebe es nicht, sagte Koeppe. Nach Schätzungen haben 1,7 bis 2,8 Millionen der über 60 Jahre alten Menschen ein Problem mit Arzneimitteln oder sind sogar medikamentenabhängig. Gaßmann sagte, vier bis fünf Prozent aller häufig verordneten Arzneimittel besäßen ein eigenes Suchtpotenzial. "Schätzungsweise ein Drittel dieser Mittel werden nicht wegen akuter Probleme, sondern langfristig zur Suchterhaltung und zur Vermeidung von Entzugserscheinungen verordnet." In der stationären Altenpflege werde der Anteil der Abhängigen auf mindestens 25 Prozent geschätzt. Nötig sei eine bessere Aufklärung von Ärzten und Patienten.

Zu viel Glücksspiel

Ein Nischendasein führt in der Suchtproblematik üblicherweise das Glücksspiel. Nach den Erkenntnissen der DHS verlagert sich inzwischen das Risiko weg von Spielbanken und Lotto hin zu Geldspielautomaten. Die aber weisen ein hohes Suchtrisiko auf. Inzwischen verzeichnet der Markt der Daddel-Automaten mit 8,1 Milliarden Euro jährlich den größten Umsatz in der Glücksspielbranche.

Quelle: http://www.rp-online.de/panorama/deutschland/Der-Trend-geht-zum-Vollrausch_aid_841299.html
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