Selbsthilfe-Alkoholiker-Forum für Betroffene und Angehörige bei Suchtproblemen mit Alkohol :: Thema anzeigen - thema verzichtgedanken
Selbsthilfe-Alkoholiker-Forum für Betroffene und Angehörige bei Suchtproblemen mit Alkohol  Foren-Übersicht


Selbsthilfe-Alkoholiker-Forum für Angehörige und Betroffene
bei Suchtproblemen mit Alkohol

- anonymer Meinungsaustausch -
 



User befinden sich im Chat

 FAQFAQ   SuchenSuchen   MitgliederlisteMitgliederliste   BenutzergruppenBenutzergruppen   RegistrierenRegistrieren 
 ProfilProfil    Beiträge seit dem letzten Besuch LoginLogin 
 

thema verzichtgedanken

 
Neues Thema eröffnen   Neue Antwort erstellen    Selbsthilfe-Alkoholiker-Forum für Betroffene und Angehörige bei Suchtproblemen mit Alkohol Foren-Übersicht -> Grundbausteine für Alkoholiker
Vorheriges Thema anzeigen :: Nächstes Thema anzeigen  
Autor Nachricht
panther
ADMIN Technik und Webmaster
ADMIN Technik und Webmaster


Anmeldedatum: 10.10.2007 17:10
Beiträge: 5573
Wohnort: ich wohne in mir. mein zu Hause ist meine seele

BeitragVerfasst am: Mi 17.09.2008 06:56    Titel: thema verzichtgedanken Antworten mit Zitat

was sind verzichtgedanken?
wo kommen sie her und wie kann ich mir ein leben aufbauen, ohne ein verzicht verspüren oder ein gedanken daran haben zu müssen?
_________________
Vor dem eigentliche Trinkrückfall geht ein Verhaltensrückfall vorraus und davor ein Denkrückfall
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden E-Mail senden
panther
ADMIN Technik und Webmaster
ADMIN Technik und Webmaster


Anmeldedatum: 10.10.2007 17:10
Beiträge: 5573
Wohnort: ich wohne in mir. mein zu Hause ist meine seele

BeitragVerfasst am: Mi 17.09.2008 21:00    Titel: Antworten mit Zitat

mein zwillingsbruder hat letztes jahr gehairatet
ich war nicht auf seiner hochzeit
ich empfand das damal als verzicht
es war aber der richtige weg

es hat mich gestärkt mich aus unserem familiensystem aussteigen zu lassen, mich gestärkt für mich sorgen zu können, mein gesunden egoismus gestärkt, es hat meine trockenheit gestärkt, mich auch meine tochter schützen lassen

meine mutters neue mann trinkt, schwester damals auch noch
es wäre ein ort gewesen, wo alkohol getrunken wird
es wäre ein ort gewesen, wo familienstrukturen sind, emotionale familiäre bindungen sind die mein suchtgdächnis massiv hätten anregen können

ich hätte den abend bestimmt geschafft nicht zu trinken. die sorge hatte ich nicht. aber was hätte das familiäre zusammen treffen danach mit mir gemacht. das risiko wollte ich nicht eingehen und das prinzip meine nüchternheit an erster stelle zu setzen und hier risikominimierung zu betreiben war mein weg

mein bruder war sehr enttäuscht. auch meine tochter. am tag der hochzeit, war es ein komisches gefühl mich selbst ausgeschlossen zu haben - ich hatte verzichtsgedanken- aber die shg hat mir geholfen und mich gestärkt in meinem tun, gestärkt für meinen weg, für die distanz die ich brauche zu meiner familie um zu genesen.

mitlerweile verübelt es mir keiner. meine schwester ist trocken, meine mutti stolz auf mich, und mein bruder war halt später mich mit seiner braut besuchen

geht doch....
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden E-Mail senden
panther
ADMIN Technik und Webmaster
ADMIN Technik und Webmaster


Anmeldedatum: 10.10.2007 17:10
Beiträge: 5573
Wohnort: ich wohne in mir. mein zu Hause ist meine seele

BeitragVerfasst am: Fr 28.11.2008 09:03    Titel: Antworten mit Zitat

NIE MEHR OHNE ALK

eins hab ich kein alkohol mehr zu trinken als verzicht empfunden
sogar als verminderte lebensqualität

grillen ohne bierchen?
party ohne schlückchen
spaß haben einfach so? nüchtern?

hemmungsloser und beschwipst ist doch ein schönes gefühl. nie mehr beschwippst und heiter sein?

dabei auch noch glücklich und zufrieden werden?

ich war sehr skeptisch...

--------------------------------------

mitlerweile ist es kein verzicht mehr. mitlerweile ist es eine bereicherung

es lohnt sich, sich auf den weg zu machen

egal welche gedanken dabei aufkommen

sei es dir wert
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden E-Mail senden
Valentia
Topuser
Topuser


Anmeldedatum: 30.05.2007 18:05
Beiträge: 1655
Wohnort: Wien

BeitragVerfasst am: Fr 28.11.2008 09:17    Titel: Antworten mit Zitat

ich habe das ganz ähnlich empfunden, panther.

nie mehr trinken? somit nicht mehr dazu gehören? wo genau gehöre ich denn dann nicht mehr dazu, frag ich mich heute

keinen spaß mehr haben? als könnte man spaß nur mit alkohol empfinden...

nicht mehr trinken dürfen. wer sagt denn, dass ich nicht mehr darf - könnte ja weitersaufen, liegt ja nur an mir.

heute geht es mir immer mehr wie dir, panther. ich darf trocken sein und mich wohl fühlen dabei. mich und meine umwelt wahrnehmen wie sie ist, ich bin. muss nicht mehr saufen müssen -und das genieße ich ganz besonders. von nichts mehr abhängig zu sein. nach dem ersten glas nicht ständig nur noch an das nächste denken zu müssen. eine veranstaltung der veranstaltung wegen zu besuchen, nicht wegem dem alk den es dort gibt. gestern am konzert wieder beobachtet. da waren leute, die das konzert gar nicht mehr gesehen haben, weil sie rotzbesoffen bei der bar hängen geblieben sind. traurig sowas. mir muss das heute nicht mehr passieren - und das genieße ich, jeden tag!

lg
vali
_________________
Viele Male schaut der Wille durchs Fenster,
ehe die Tat durch das Tor schreitet.
(Erasmus von Rotterdam)
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden E-Mail senden
Johanna
Topuser
Topuser


Anmeldedatum: 15.01.2009 00:01
Beiträge: 1263
Wohnort: zwischen Bergen und Seen

BeitragVerfasst am: Mo 09.02.2009 00:10    Titel: Antworten mit Zitat

Oh weh, ja Verzichtgedanken...

wir würden auf SO VIELES verzichten!

...auf eine schöne pralle Fettleber, auf die herrlichen gemeinsamen Touren durch das pulsierende Leben, auf das luftreinigende Gebrüll, wenn wir mal wütend sind, auf die spaßige Autosuche nach dem unterhaltsamen Kneipenabend, auf das befreiende Erbrechen, den netten Kater (der so schön melancholisch stimmt), die vielen tollen Freunde, die einen nie hängen lassen.

Nein wir sind schlauer: wir verzichten auf Stress mit dem Chef (wie jeder Chef ist er ein AR*** und wir werden ihm nie mehr in den seinigen hinein kriechen müssen), auf tiefsinnige Gedanken -die eh nix bringen, auf gnädige Erinnerungslücken, auf Apettitlosigkeit -die uns eine tolle Figur beschert.

Wir verzichten niemals auf das zwar etwas dümmliche, aber kostenlose Mitleid unserer Mitmenschen und auf das erhebende Gefühl, ein richtig cooles, wildes, rebellisches Leben zu führen!:evil4:
Nicht so wie die Langweiler und Weicheier, die brav Tag für Tag ihren beknackten Job machen, abends bieder auf dem Sofa verblöden und dabei noch tatsächlich glauben, sie hätten die Zufriedenheit mit ganz großen Löffeln gefressen...

Haha.*Hicks*
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Johanna
Topuser
Topuser


Anmeldedatum: 15.01.2009 00:01
Beiträge: 1263
Wohnort: zwischen Bergen und Seen

BeitragVerfasst am: Mo 09.02.2009 00:22    Titel: Antworten mit Zitat

...waren nur ein paar Visionen aus meinem Notfallkoffer...

Liebe Grüße
Johanna (nüchtern, bieder, zufrieden)
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Ariella
Gast





BeitragVerfasst am: Mo 09.02.2009 01:10    Titel: Antworten mit Zitat

Liebe Panther,

ein sehr interessantes Thema, was du da eröffnet hast zwinkern:

Hm, also, ich kann und möchte in Zukunft darauf verzichten:

- einen Job anzunehmen, wo man mich unbedingt will, weil man mich so gut (miss)brauchen kann und der mir von vornherein irgendwie nicht gefällt...

- mit Menschen in Kontakt zu treten oder zu bleiben, die mir nicht gut tun

- mich in Situationen zu begeben, die mir weder Spaß noch Freude noch irgendwie etwas Positives bringen

- an Symptomen herumzudoktorn, mit Medikamenten oder Therapien, ohne die genaue Ursache zu kennen und nur im Vertrauen darauf, dass die Ärzte und Therpeuten meinen Körper besser kennen, als ich selbst

- Menschen zu Vertrauen, denen ich noch gar nicht vertrauen kann (das ist für mich wohl die schwierigste Übung, aber darauf würde ich am liebsten sofort verzichten mr. green )

Und noch einiges mehr, aber jetzt bin ich müde und auf meinen Schlaf möchte ich auf keinen Fall verzichten zwinkern:

Und auf meine Nüchternheit und Klarheit, auf meine Wahrnehmungsfähigkeit und auf mein Bauchgefühl, dass endlich wieder besser funktioniert, seitdem ich nichts mehr trinke. Darauf möchte ich auf keinen Fall mehr verzichten.

Liebe Grüße und Gute Nacht Ihr Lieben
Ariella
Nach oben
panther
ADMIN Technik und Webmaster
ADMIN Technik und Webmaster


Anmeldedatum: 10.10.2007 17:10
Beiträge: 5573
Wohnort: ich wohne in mir. mein zu Hause ist meine seele

BeitragVerfasst am: Mo 05.09.2011 06:34    Titel: Antworten mit Zitat

Wir haben ja einige Neue die sich gerade mit Verzichtgedanken und Suchtgedächnis plagen/auseinandersetzen.

Drum werde ich beide Threads mal hochschieben und vielleicht kann der eine oder andere den neuen seine erfahrungen und gedanken hier lassen.
_________________
Vor dem eigentliche Trinkrückfall geht ein Verhaltensrückfall vorraus und davor ein Denkrückfall
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden E-Mail senden
Maikaefer
Moderatorin
Moderatorin


Anmeldedatum: 09.06.2010 14:06
Beiträge: 9909

BeitragVerfasst am: Fr 09.09.2011 23:36    Titel: Antworten mit Zitat

Zu diesem Thema fällt mir ein:

Ich habe neue Rituale eingeführt.

Ein Beispiel:
Damit ich nicht jeden Tag ein Verzicht empfinden musste
durch das Heimkommen, am Keller vorbeilaufen und den Gedanken an Alkohol zu nah an mich heranlassen führte ich sofort ein:
Ein Abend in der Woche traf ich mich nach der Arbeit mit einer
Freundin zu einem "strammen Spaziergang" (mit dem positiven Nebeneffekt: Bewegung, frische Luft und Unterhaltung).
Das mache ich heute noch...
aus dem angeblichem "Verzicht" wurde ein "Gewinn" an Lebensqualität.
****
Ablenkung durch Veränderungen.

Mir das Gönnen, worauf ich Lust hatte - bewußt!
Ich darf das.
Somit wurde aus "Verzicht" eine "Belohnung".
Ich darf das heute, weil ich auf etwas verzichte, was mir nicht gut tut.
****
Kurzanalyse des Augeblickes bei stark empfundenen Verzichtsgedanken:
Gab es einen besonderen Grund oder Gefühlsbewegung, die hierzu führten?
Wenn ja, diese Situationen für mich besser meiden oder etwas daran
bewußt ändern.
****
Und Tag für Tag ging es besser.

Lieber Gruß

Maikäfer
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden E-Mail senden
panther
ADMIN Technik und Webmaster
ADMIN Technik und Webmaster


Anmeldedatum: 10.10.2007 17:10
Beiträge: 5573
Wohnort: ich wohne in mir. mein zu Hause ist meine seele

BeitragVerfasst am: Sa 13.10.2012 04:48    Titel: Antworten mit Zitat

Ich schieb mal den Thread nach oben,
da einige Neue da sind
und doch das Thema Verzichtgedanken hochkommt
vielleicht mag der eine oder andere nochmal schreiben wie er es zu Anfangszeit empfunden hat und wie es heute mit den Verzichtgedanken aussieht
und wie konnte ich den Verzichtgedanken entgegentreten?
_________________
Vor dem eigentliche Trinkrückfall geht ein Verhaltensrückfall vorraus und davor ein Denkrückfall
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden E-Mail senden
gabriela
Topuser
Topuser


Anmeldedatum: 15.03.2012 07:03
Beiträge: 4833

BeitragVerfasst am: Sa 13.10.2012 07:26    Titel: gewinnen nicht verzichten Antworten mit Zitat

ja das stimmt mit den verzichtsgedanken.habe ich auch oft gedacht feier ohne alkohol oh je und erst karneval ohne.den gedanken habe ich eigentlich gar nicht mehr,weil es mir ja gut geht so.der gedanke wenn ich es tun würde das ich wieder von vorne anfangen müßte mit aufhören überwiegt.aber es immer wieder umsetzen immer wieder das positive vor augen halten ist halt nicht ganz leicht.natürlich gibt es momente wo man denkt was hat man denn noch großartig v.leben aber dann wieder ist leben alk?dann sage ich mir auch immer wieder die gedanken daran werden weniger ganz weggehen werden sie wohl nie.bei ganz vielen dingen habe ich immer gedachte das geht nicht ohne,jetzt stelle ich immer mehr fest das so vieles sogar schöner ist ohne.alles was man macht sind klare bewußte entscheidungen und nicht unter einfluß v.alk.die man dann bereut.ich rufe mir auch alle negativen sachen die man gemacht hat erlebt hat mit alk.ins gedächtnis und das das nicht sschön war.verzichtet habe ich auf viele schöne dinge weil ja alk wichtiger war.die kann ich aber jetzt machen und muß darauf nicht verzichten.l.g.gabi
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden E-Mail senden
uwe53
Topuser
Topuser


Anmeldedatum: 29.09.2011 22:09
Beiträge: 9912
Wohnort: Leipzig

BeitragVerfasst am: Sa 13.10.2012 15:28    Titel: Antworten mit Zitat

das denken an alk ist allgegenwärtig bei mir. besonders schlimm sind solche situationen, wenn ich an einem biergarten vorbeikomme, wo ich laue nächte trinkender weise verbrachte. das war ne schöne zeit, wir hatten viel spass dabei. alles weg, ich mache heute große bogen um solche biergärten, weil es auch ne schöne zeit war.
ich muß dazu sagen, ich bin nicht groß in der öffentlichkeit aufgefallen. selbst mein nachbar fiel aus allen wolken, als er davon erfuhr. gesoffen habe ich fast ausschließlich heimlich, sonst habe ich versucht mich zu beherrschen.
ein arzt sagte mal zu einer freundin von mir, irgendwann saufen sie alle wieder. das ist hängen geblieben und da will ich nie mehr hin.

lg uwe
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden E-Mail senden
Bikerchen
Topuser
Topuser


Anmeldedatum: 02.06.2012 15:06
Beiträge: 615

BeitragVerfasst am: Sa 13.10.2012 18:17    Titel: Antworten mit Zitat

Am Anfang war es sicher der Verzicht auf Alkohol .
Das nicht mehr dürfen war schlimm , kam mir da oft wie ein Aussenseiter vor . Dann Stellten sich die ersten positiven Dinge meiner Trockenheit ein und der Wille aufzuhören war da : Ich wollte nicht mehr trinken .
Nun war es eher ein innerer Kampf mit meiner Sucht bis ich mal merkte das dieser Kampf zwecklos ist und der Alkohol nicht mein Feind war , eher mir viel geholfen hatte , ich nur nicht mit ihm umgehen konnte .
Dann kam die wichtigste Einsicht : Ich muss nicht mehr trinken , ich kann andere Strategien anwenden anstatt zu trinken .

Soweit mein Gedanke und meine Erfahrungen zum Thema Verzicht
_________________


Gruss Bikerchen

Am Abend wird man klug für den vergangenen Tag ,
doch niemals genug für den , der kommen mag ( Friedrich Rückert)
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden E-Mail senden
gabriela
Topuser
Topuser


Anmeldedatum: 15.03.2012 07:03
Beiträge: 4833

BeitragVerfasst am: So 14.10.2012 07:23    Titel: biergärten Antworten mit Zitat

ja uwe da haste recht.das ist ja das schlimme das man auch mal denkt alles war ja nicht schlecht.letzt hatte ich auch ein gespräch mit einer bekannten die sagte dann du warst doch kein alkoholiker ,alkoholiker ist doch was anderes.ich habe versucht klarzumachen das sobald der alkohol zur sucht wird und das die menge da gar nicht so die rolle spielt.es ist immer schwer anderen das klar zu machen.mich hat ja keiner besoffen gesehen .aber wenn ich morgens aufgestanden bin und das verlangen da war das hat ja auch keiner mitbekommen.also verzichte ich nicht auf alk sondern diese sucht es tun zu müssen.l.g.gabi
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden E-Mail senden
Aliferris
Topuser
Topuser


Anmeldedatum: 30.08.2010 18:08
Beiträge: 214
Wohnort: Region Hannover

BeitragVerfasst am: Mo 15.10.2012 18:28    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo allerseits,

anfangs konnte ich mir kaum vorstellen, dass es überhaupt möglich ist, ohne Alkohol leben zu können:
Feiern?
Gemütliche Runde?
Spaß haben?
Lebensfreude?


Geht alles nicht ohne Alk.


Nie wieder. Dachte ich zumindest damals.

Das alte Leben mit Alk lag hinter mir, aber das neue abstinente Leben hatte noch nicht so recht begonnen. Kein Wunder - in einem Lebensalter, in dem für andere die Party erst losging stand ich vor den Trümmern meiner versoffenen und von Drogen zerstörten Existenz. Und die Aussicht, "nie wieder zu dürfen", war alles andere als prickelnd.

Die Gedanken des "Nie wieder" waren fatal. Ein Berg, der nicht zu schaffen war und ist.

Ich wusste aber auch, dass es für mich keine Alternative zur Abstinenz gibt, wenn ich leben will.

Das "nie wieder" ausblenden - Tag für Tag das HEUTE leben war erträglicher. Heute alk- und drogenfrei leben reicht aus. Immer nur für heute.

Nach und nach entwickelten sich bei mir durch die hart erkämpfte Abstinenz Lebensqualität und Zufriedenheit.

Heute habe ich die Freiheit, nicht mehr trinken und Drogen nehmen zu müssen.

Ich will und brauche diese ganzen Stöffchen nicht mehr. Ich gehe heute überall hin, wo es mir gefällt. Ich habe heute Freunde und keine Saufkumpels.

Es hat sich gelohnt. Frei zu sein, das hat was.

Nachahmungseffekt erwünscht.

Ali
_________________
>>Nichts auf der Welt ist so gerecht verteilt wie der Verstand - Jeder meint genug davon zu haben.<<
Descartes


>>Dosis facit venenum<<
Paracelsus

Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden Website dieses Benutzers besuchen
Desteny
Moderatorin
Moderatorin


Anmeldedatum: 16.11.2009 16:11
Beiträge: 12999
Wohnort: Bochum

BeitragVerfasst am: Mo 15.10.2012 19:23    Titel: Antworten mit Zitat

Bei mir war es auch das erste auf den Alkohol verzichten zu müssen.
Wie soll das gehen, für mich unvorstellbar, da ich schon als Kind trank es
praktisch gar nicht anders kannte als mich in meine kleine warme Welt
des Alkohols zu flüchten.

Aber wenn ich nicht Sterben wollte musste ich aufhören zu trinken.
Ich stand vor der Wahl und entschied mich für das Leben.
Nur wie das gehen sollte wusste ich noch nicht. Am meisten Angst hatte
ich vor den Nächten, denn dann kamen die Träume die ich immer weg
getrunken hatte.

Ich nahm den Rat an, es nur für *Heute* so zu sehen und mit der Zeit
entwickelte ich Strategien das aus dem Verzicht eine Bereicherung für
mich wurde.

Ich wusste, dass ich ab nun ein komplett anderes Leben führen musste
wenn ich trocken bleiben wollte.

Also trennte ich mich von allem was mir schadete. Sogenannte Freunde,
Familie , meine ganze vorherige Lebensführung.

Ich wählte für mich ein Leben was für mich Lebenswert ist und vor allem
auch machbar.
Ich lernte für mich Kritik wie ich lebe zu überhören denn es ist mein Leben
und nicht das der anderen die es anpickst.
Ich lernte, was ich vorher nie konnte und wo ich immer noch dabei bin, es
ihres sein zu lassen.
Klappt noch nicht immer aber immer öfter ...wie man es so schön sagt.

Heute kann ich sagen , ich verzichte auf nichts weil es mir auch nicht fehlt.
Ich mag mein Leben so wie es jetzt ist, bescheiden aber meins ohne auf
etwas verzichten zu müssen.
_________________
Liebe Grüße
Desteny

*Meine innere Zufriedenheit ist eine Heimkehr zu mir Selbst*
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden E-Mail senden Website dieses Benutzers besuchen
Beiträge der letzten Zeit anzeigen:   
Neues Thema eröffnen   Neue Antwort erstellen    Selbsthilfe-Alkoholiker-Forum für Betroffene und Angehörige bei Suchtproblemen mit Alkohol Foren-Übersicht -> Grundbausteine für Alkoholiker Alle Zeiten sind GMT + 1 Stunde
Seite 1 von 1

 
Gehe zu:  
Du kannst keine Beiträge in dieses Forum schreiben.
Du kannst auf Beiträge in diesem Forum nicht antworten.
Du kannst deine Beiträge in diesem Forum nicht bearbeiten.
Du kannst deine Beiträge in diesem Forum nicht löschen.
Du kannst an Umfragen in diesem Forum nicht teilnehmen.



Impressum


Powered by phpBB © 2001, 2005 phpBB Group
Deutsche Übersetzung von phpBB.de