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thema suchtgedächnis
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panther
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Anmeldedatum: 10.10.2007 17:10
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BeitragVerfasst am: Mi 17.09.2008 06:53    Titel: thema suchtgedächnis Antworten mit Zitat

was ist suchtgedächnis?
und was bedeutet das für mich auf dem weg ins trockene leben?
_________________
Vor dem eigentliche Trinkrückfall geht ein Verhaltensrückfall vorraus und davor ein Denkrückfall
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andromeda
Gast





BeitragVerfasst am: Mi 17.09.2008 10:11    Titel: Antworten mit Zitat

http://www.a-connect.de/pdf/vosshagen.pdf

Liebe panther !

Irgendwann hat mensch den Griff zur Flasche durchgeführt . Meist aus einer Suche heraus . Irgendwas fehlte . Du hast gesucht .
Und immer dann , wenn eine Situation ein Ereignis ein Wort ein Musikstück ........ auftaucht ,erinnerst du dich . Du erinnerst dich , ob du in dem Moment traurig , verzweifelt , lustig , betrübt o.ä. warst ...............
und auch ob du in dieser Situation dir die Kante gegeben hast ............ oder was du sonst getan hast .

Das Suchtgedächtnis hat es gespeichert . Für immer .
Aber ............. du kannst es überschreiben .

Du packst dir für solche Momente einen Notfallkoffer ............
wenn du den Drang nach trinken hast .............
was darfst du dann auf keinen Fall tun : Trinken .
Und jetzt überlegst du : Was hat mich schon einmal abgehalten vom Trinken . Und diese Erkenntnis legst du wie eine Datei in dein Suchtgedächtnis hinein .
Wenn ich gerade wütend bin ............ kann ich mir einen hinter die Binde kippen .......
oder einen Wutbrief schreiben .
Lange Telefonate führen
Shoppen gehen .

Alles klar soweit ??
Doris
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Gast






BeitragVerfasst am: Mi 17.09.2008 11:38    Titel: Antworten mit Zitat

Ja, so wie Doris es schreibt, so ist das. Es ist nur dumm, dass das Suchtgedächnis nur die guten Zeiten speichert, und nicht die, wo man vollgekotzt vor der Kloschüssel gehangen hat.

Detlef
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Ariella
Gast





BeitragVerfasst am: Mi 17.09.2008 11:50    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Panther,

da kann ich dir mal von meiner Erfahrung aus - glaube, hoffe ich - helfen zwinkern:

Also, ich habe z.B. jeden Abend beim Telefonieren getrunken. Und geraucht (das tu ich heute noch cry: ). Telefonieren und trinken und rauchen gehörten für mich immer zusammen. Stundenlang.

Und wenn ich heute telefoniere, dann meldet sich mein Suchtgedächtnis und fragt: ja, wie jetzt - wo bleibt der Alk?...So macht telefonieren doch keinen Spaß, da fehlt doch was...etc.pp..

Um das Suchtgedächtnis "ruhig zu stellen" - wenigstens zum Teil - mache ich mir heute Unmengen Tee oder Wasser und trink das, wenn ich telefoniere. Allerdings zählt dies - glaube ich - dann immer noch zum "nassen Verhalten".

Das ist aus meiner Erfahrung und meines Wissens mit Suchtgedächtnis gemeint.

Lieben Gruß
Ariella
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andromeda
Gast





BeitragVerfasst am: Mi 17.09.2008 13:08    Titel: Antworten mit Zitat

Liebe Ariella ,

ich denke , du stellst dein Suchtgedächtnis nicht ruhig sondern entscheidest in diesem Fall ganz beusst : du hast etwas gefunden , wo du die aufkommende Erinnerung des täglich grüssenden Suchtgedächtnis eben signalisierst ............

ich . kann . auch . ohne ................. Alkohol ...... telefonieren .

Das telefonieren abzugewöhnen oder sein zu lassen , wäre auch eine Variante . Aber ...... wer mag das schon .

Manche Menschen trinken regelmässig zur Sportschau ............
Ok . Sportschau nicht mehr gucken oder ..............

Einige Trinken immer nach einem Sport- Mannschafts - Ereignis .......
Deshalb nicht mehr Sport treiben ............



:denken:
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Ariella
Gast





BeitragVerfasst am: Mi 17.09.2008 13:53    Titel: Antworten mit Zitat

Hi Andromeda,

da hast du natürlich vollkommen recht. Das Suchtgedächtnis ruhig stellen ist wohl eher schlecht ausgedrückt und auch falsch.. :oops: .

aber eigentlich wollte ich auch nur erklären, was Suchtgedächtnis ist.

War das denn wenigstens richtig? :nana:

LG
Ariella
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tattoofee
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BeitragVerfasst am: Mi 17.09.2008 14:04    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo,
Mein Suchtgedächniss meldet sich täglich um 18 Uhr und das auch noch nach so vielen Jahren. Das war halt immer meine Zeit und ich kann die Uhr nach stellen.
Ich beschäftige mich dann eben, mit Hausarbeit oder ich laufe

Tattoofee
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fail again
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Samuel Beckett
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panther
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BeitragVerfasst am: Mi 17.09.2008 21:29    Titel: Antworten mit Zitat

für mich bedeutet suchtgedächnis, daß ich ein gedächnis hab wo gespeichert ist, in welchen situationen ich alk als lösung gesehen habe

stress
mich belohnen
kummer im herzen
ärger
ias 'ungesunder selbstmitleid'
vermeindlich besser lernen, mich konzentrieren können
vergessen wollen
mich entziehen wollen
hemmungen abbauen
selbstwertgefühl steigern wollen

hab bestimmt noch was vergessen

es gilt diesem gedächnis neuen input zu geben, daß es eine andere lösung, einen anderen weg gibt als zu saufen
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Gast






BeitragVerfasst am: Do 18.09.2008 09:30    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Panther, wenn du bei deiner Auflistung sogar noch was vergessen hast, dann zähle mir doch mal die Gefühle oder Lebenslagen auf, in denen du keinen Alkohol brauchtest, also wo sich dein Suchtgedächnis nicht meldet.
Ich glaube das Problem liegt bei vielen Alkoholiker darin, dass sie sich zu sehr in die Ursachenforschung vertiefen, statt sich einfach damit abzufinden, dass sie einfach nichts mehr trinken dürfen oder wollen.
Es gibt selbstverständlich auch Alkoholiker, die in Extremsituationen schneller zur Flasche greifen, wie zum Beispiel bei Depressionen. Da sollte auf jeden Fall an der Ursache gearbeitet werden.
Aber wenn ich lese, (Sinngemäß) ich trinke wenn ich fröhlich bin, ich trinke wenn ich traurig bin, ich trinke wenn ich Stress habe, wenn ich vergessen will usw. dann muss ich nicht lange an den Ursachen arbeiten.
Ich sehe den Alkohol nur einfach noch als Droge in allen Lebenslagen, und weiß dass ich die Finger davon zu lassen habe.


Detlef
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andromeda
Gast





BeitragVerfasst am: Do 18.09.2008 12:04    Titel: Antworten mit Zitat

Lieber Max !

Wie wahr , wie wahr .........

..
Zitat:
Aber wenn ich lese, (Sinngemäß) ich trinke wenn ich fröhlich bin, ich trinke wenn ich traurig bin, ich trinke wenn ich Stress habe, wenn ich vergessen will usw. dann muss ich nicht lange an den Ursachen arbeiten.



Ich hab gerad mit einer lieben Freundin telefoniert . Die trinkt einfach nur , weil es schmeckt .

Auch ne Begründung ............
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panther
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BeitragVerfasst am: Do 18.09.2008 14:33    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
dann zähle mir doch mal die Gefühle oder Lebenslagen auf, in denen du keinen Alkohol brauchtest, also wo sich dein Suchtgedächnis nicht meldet.


außer vor, beim, danach sex hatte ich immer ein grund.
und wenns wegen der nichterhöhung des kindergelds war.
und bei den gründen war ich sehr einfallsreich
trinkt sich ja auch besser mit gründen

alk nicht mehr zu trinken und als problemlöser zu (miß)gebrauchen brauchte ich nur ein grund

LEBEN
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panther
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BeitragVerfasst am: Fr 28.11.2008 08:57    Titel: Antworten mit Zitat

NIE MEHR OHNE ALK

eine vorstellung die mich atemlos machte

wie sollte das funktionieren?

hat der alk mich doch erstmal beruhigt
mich wegkicken lassen

wie soll ich ohne mich zu betäuben, ohne mir erleichterung verschaffen zu können
mit meine ängsten umgehen, meine panikattaken aushalten, mich ertragen, das leben ertragen?

------------------------------------

vor ein paar tagen hab ich mir die augen verblitzt.....
hornhautverblitzung/verbennung
ich konnte nichts sehen
mußte fremden menschen vertrauen und hab angst und panik bekommen
suchtgedächnis: jetzt ein schluck zur beruhigung......
plötzlich war er da...der gedanke an alk

klar in extremsituationen war alk mein begleiter..also sagt sich suchtgedächnis....hoppla...bei den empfindungen grad brauchst du alk

----------------------------

je länger man trocken wird kann man das ersetzen
sich lernen anders zu beruhigen
suchtgedächnis sagen.... : es wäre nur für kurze dauer...dieses vermeindliche gefühl es tut gut...druck ablassen...

jetzt hab ich was entgegen zu setzen...das leben ohne alk... gibt mir ein neues lebensgefühl und gefühl für mich....

nichts auf der welt, auch nicht mehr sehen zu können, bringt mich dazu das erste glas zu trinken

-----------------------------------------

emotionen bringen mich erstmal nicht um..... aber der alk bringt mich irgendwann um. erst mein innerstes..dann meine hülle, mein körper
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ceres0905
Gast





BeitragVerfasst am: Fr 28.11.2008 09:53    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
suchtgedächnis sagen.... : es wäre nur für kurze dauer...dieses vermeindliche gefühl es tut gut...druck ablassen...


Und genau das ist es. Früher gab es auch nur, einfach lostrinken, ich hab nicht an später gedacht. Heute überlege ich: Was dann, erst der Rausch, dann ein Kater, eventuell noch mal Katerbekämpfung mit neuem Rausch und dann... Lohnt sich das alles nur dafür, jetzt mal zu trinken?
Nein, es lohnt sich nicht. Es ändert sich nichts, es löst nicht die Probleme, die sind immer noch da, wieder neue Schuldgefühle, nee! Das ist es alles nicht wert.

LG

Ceres
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Valentia
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BeitragVerfasst am: Fr 28.11.2008 10:15    Titel: Antworten mit Zitat

genauso mache ich es auch, ceres. den gedanken weiter denken. spätestens dann stellt sich immer raus - es lohnt nicht!

lg
vali
_________________
Viele Male schaut der Wille durchs Fenster,
ehe die Tat durch das Tor schreitet.
(Erasmus von Rotterdam)
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BeitragVerfasst am: Fr 28.11.2008 19:52    Titel: Antworten mit Zitat

Interessante Taktik, sollte ich mir auch zu eigen machen.

Sven
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panther
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BeitragVerfasst am: Fr 28.11.2008 19:57    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
den gedanken weiter denken.


genau

überhaupt denken. und dann zu ende denken
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Staunemann
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BeitragVerfasst am: Fr 28.11.2008 21:37    Titel: Antworten mit Zitat

Suchgedächtnis.

Einerseits ist das ein ganz subjektives Empfinden, das Wort allerdings wurde irgendwann einmal geprägt und wird - speziell von uns Alkoholixen - mehr oder weniger nach Bedarf mit Inhalten gefüllt. Andererseits scheint mir's eine nahezu motorisch ablaufende Fehlfunktion unserer Rezeptoren zu sein.

Eigentlich geht es natürlich um Chemie. Auch wenn wir als Auslöser immer wieder verschiedne Ex-Situationen erinnern, ob ob das nun Belohnungs- oder Abwehrsituationen waren, unser daraus folgendes Fiasko scheint ein hauptsächlich rezeptorengesteuertes zu sein. Ich habe mal ein paar wissenschaftl. Aussagen darüber zusammengebracht:

Haarfeine Blutgefäße verteilen die Alkoholmoleküle über das gesamte Gewebe. Treffen Alkoholmoleküle auf einzelne Nervenzellen, setzen sie sich begierig auf ihre Fetthülle. Der Alkohol entfaltet seine Fettlösekraft und verursacht eine biochemische Kettenreaktion. Die angegriffenen Zellen schütten das euphorisierende Hormon Dopamin aus. Benachbarte Zellen im Belohnungszentrum des Gehirns nehmen das Dopamin über spezielle Rezeptoren auf.

Das ist der Startschuss für ein Feuerwerk an Glücksgefühlen: Weitere Botenstoffe werden ausgeschüttet - für das zentrale Nervensystem ein rauschhafter Zustand. Um diesen Kick zu wiederholen, trinken wir weiter. Zwei Viertele bzw. sechs Achtele *grins - es fängt nicht erst mit Mathe an* später schlägt der positive Effekt ins Gegenteil um, aller Zauber ist verflogen, die Wirklichkeit nur noch ein Zerrspiegel.

Und das passiert im Gehirn, also sozusagen mitten in unserer chemischen Steuerzentrale: die Nervenzellen fahren ihre Andockstellen für das Dopamin komplett ein und der "Glücksstoff" prallt von den Zellwänden ab. Nun ist endgültig Schluss mit lustig. Als Folgen werden die Zecher hundemüde, können ihre Bewegungen nicht mehr kontrollieren und wollen meistens nur noch eins: nach Hause und den Rausch ausschlafen.

Wenn indes Alkoholerkrankte Wein, Schnaps und Bier nur riechen, werden in ihrem Gehirn ganz andere Regionen aktiviert als bei gesunden Menschen, denn ihre Rezeptoren sind hops gegangen.

Dies erklärt den "Suchtdruck", also unser genanntes "Suchtgedächtnis", unter dem selbst trockene Alkoholiker auch nach langwierigen Entzugsbehandlungen und langer Abstinenz noch leiden, wie Forscher der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde herausfanden.

Suchtgedächtnis = erworbene Rezeptorenfehlsteuerung.

Wenn das so stimmte, könnte es einen Lichtblick auf Heilung am Horizont der Unheilbarkeit geben... aber das scheint mir viel zu diffus, um darauf zu warten.

Viel sinnvoller und absolut notwendig ist es, sich für aufkommendes Sturztrunkverlangen feste Notfallpläne einzuüben. Also ich habe da immer welche, und habe sie durchaus schon dringend gebraucht, selbst nach Jahren noch...

Klaus
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anista
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BeitragVerfasst am: So 30.11.2008 16:54    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo ihr,

bitte schubst mich aus diesem Thread heraus, wenn es "nicht paßt" oder zu wirr und weitläufig ist.

Aber - Suchtgedächtnis, Suchtdruck, wann-Sucht sind Themen, die immer mal wieder in meinen Gedanken kreisen und die ich versuche zu begreifen.

Ich rauche, ziemlich viel. Mehrere erfolglose Aufhör-Versuche (zwischendrin jahrelange Nichtraucher-Zeit). Wissen über Schädlichkeit, das liebe Geld etc. und das eigene "es stört mich selber" aber bisher noch nicht wirklich durchgreifender Erfolg. Froh aber über das eigene Problembewußtsein und das Gefühl "ich gebe nicht auf, neuer Versuch". Auch bei Nikotin ist Suchtdruck da, bzw. Suchtgedächtnis. Ist zwar nicht zu 100% mit Alkohol vergleichbar, aber dennoch ähnlich.

Also befasse ich mich - für mich - mit meinen Grundsteinen, warum/wann rauche ich, was empfinde ich dabei und was löst das Anzünden einer Zigarette in mir aus.

Tja - und nun wird's hypothetisch. Irgendwie habe ich das Gefühl, daß der Mensch ein Suchtgedächtnis für alle Bereiche besitzt. Jeder Mensch will angenehme Situationen wieder erleben, erinnert sich sehnsuchtsvoll daran, gerade in nicht so tollen Situationen kommt innerlich "wenn ich jetzt dies oder das mache, fühle ich mich besser". Regulär kein Problem, wenn man es wirklich ganz allgemein betrachtet. Ich tue mir mit einer selbst herbeigeführten Situation etwas Gutes. Etwas Gutes tue ich mir mit einem Suchtmittel definitiv nicht. Aber - lange, bevor *ich* die Kontrolle darüber verlor - tat mir auch das gut. Und da hat es dummerweise angedockt. Damals, das war ja schön und normal. Da war die Feier, die echt superlustig war, nette Leute, ausgelassene Stimmung und Alkohol. In Maßen. Aber abgespeichtert wahrscheinlich unter "toller Abend". Oder Abendessen mit Freunden, lecker gekocht, sehr gute Gespräche und zum Essen der feine Wein, mit Bedacht ausgesucht. Rausch? Nö. Genuß.
Wo kippt es? Wieso vergißt der Mensch unangenehme Dinge schneller? Damit er überlebt, das was in der Menschheit so passiert? Ist das der Mechanismus, der kriegstraumatisierte Menschen später trotzdem lachen und leben läßt?
Vielleicht ein wenig abschweifend. Aber für mich ist schon manches der Gedankengänge etwas, was ich mit Suchtdruck/Suchtgedächtnis in Verbindung bringe. Der Mensch möchte sich angenehme Situationen schaffen. Sucht hat dazu aber natürlich eine beherrschende, bedrückende Eigendynamik.
Trotzdem hake ich nach wie vor daran, daß jeder Mensch es sich gut gehen lassen möchte und - egal in welchem Bereich - sich "bestraft" fühlt, wenn es nicht so läuft, wie man es gerne hätte, es schleicht sich Unzufriedenheit ein, das Wissen ich "darf" und "will so nicht mehr", dummerweise ist da im Gehirn das kleine "aber" verankert, das einem suggeriert "es war aber doch so schön". Das ist meine persönliche Definition von Suchtgedächtnis und Suchtdruck-Erzeugung. Ob ich damit richtig liege, weiß ich nicht.
Aber... in diesem Falle trifft Suchtgedächtnis auch nicht-Süchtige. Hier kommt wieder mein Gedanke von "Verbot" ins Spiel.
Wenn ich es auf mich persönlich beziehe, habe ich ja schon öfter geschrieben, so hatte Alkohol für mich auch einen positiven Stellenwert. Ich habe es immer genossen zum Essen, mal abends ein Glas Wein zu trinken. Als Genuß. Für meinen Mann ist es schnell, heftig, recht plötzlich gekippt. Ob es für mich eines Tages gekippt wäre? Keine Ahnung, möglich ist es. Möglich ist es immer.
Hier bei uns ist nun klar - Alk-freie Wohnung. Gemeinsamer Weg. Schön, daß er seinen gegangen ist, das ist mein Zutun (u.a.) damit wir gemeinsam weitergehen können. Aber trotzdem auch ein Stückchen innerlicher Groll. "Na super... nie wieder, etwas, das ich dann und wann genossen habe, mein Leben angepaßt, "unterdrückt" in meiner freien Lebensgestaltung". Da könnte man jetzt sagen "tja, klassisches Suchtverhalten". Da ist keine Angst oder ich-hab-das-nicht-im-Griff oder ich-kann-aber-nicht ohne. Was mich da viel mehr bewegt ist, es wäre unfair.
Wir haben darüber in einem Thread von mir schonmal diskutiert. Hier in diesem Thread liegt für mich aber die Gewichtung anders. Denn irgendwie denke ich halt, jeder Mensch hat dieses Stückchen Suchtgedächtnis, das auch mit Zufriedenheit und "welche anderen Möglichkeiten zur Zufriedenheit schaffe ich mir" zusammenhängt. Ganz schön schwer und kompliziert. Und im Falle "echter Abhängigkeit" mit Sicherheit noch schwerer.

Ziemlich wirr... und wie gesagt, falls es nicht paßt oder "zu hereindrängend" wirkt - bitte rausschubsen.

Liebe Grüße von
Ina
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panther
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BeitragVerfasst am: Mo 01.12.2008 14:42    Titel: Antworten mit Zitat

hallo anista!

dein beitrag find ich hier schon richtig.

Zitat:
Aber... in diesem Falle trifft Suchtgedächtnis auch nicht-Süchtige. Hier kommt wieder mein Gedanke von "Verbot" ins Spiel.


jeder mensch hat ein gedächnis
erstmal erfahren wir schon im leben was uns gut tut und was nicht.

z.b ich mach sport bei energieüberschuß
geh spazieren wenn ich von natur was brauch oder kopffrei machen will
geh in die badewanne oder mache mir kerzen an, wenns vielleicht sinnlicher um mein herz werden soll

weiß, wenn stress da ist brauch ich ein ausgleich.

gesund gelebt. trifft das erstmal auf jeden zu.

macht süchtiger das? hat süchtiger das noch auf dem programm was ihm gut tut?

süchtiger hat ein anderes gedächnis. er hat sein gedächnis tainiert, daß sein suchtmittel alles gute ist und ersetzt. mein gedächnis ist filtriert. ich hab verlernt was mir gut tut. oder auch aus kindertagen schon von meinen eltern nicht gewußt.

aber meine seele brauch das gute. drum gibt es für mich nicht ein verbot. sondern ein weglassen was mir nicht gut tut.

Zitat:
Aber trotzdem auch ein Stückchen innerlicher Groll. "Na super... nie wieder, etwas, das ich dann und wann genossen habe, mein Leben angepaßt, "unterdrückt" in meiner freien Lebensgestaltung". Da könnte man jetzt sagen "tja, klassisches Suchtverhalten".


manche sagen auch verzichtgedanken dazu. aber nur solang wie man nichts anderes entgegenzusetzen hat. wenn man erstmal sieht und spürt wie gut einem das nicht trinken tut, dann gibt es kein verzichtsgefühl. wenn man dann noch nüchtern in die kinderaugen schauen darf, die eins ein flehend anguckten, verzichtet man wenn überhaupt gerne auf alk.

lg panther
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harry2406
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BeitragVerfasst am: Mi 28.01.2009 19:38    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Panther, hallo alle andern,

ich habe während meines Aufenthaltes in der Oberbergklinik wieder sehr viel über das Suchtgedächnis und so gehört, vorher vor meiner Zeit im Internet und eben auch jetzt dort kannte ich das suchtgedächnis gar nicht, trocken bin ich trotzdem geblieben. Was für mich dabei wichtig war, waren die Gespräche untereinander spät abends wenn kein Therapeut mehr im haus war bei meiner damaligen Suchttherapie, Auch das icvh geraucht habe war da wichtig, sonst hätte ich die die für mich wichtig waren nie im aufenthaltsraum getroffen nachts um 2 uhr oder eine Stunde drumherum. Da waren die Gespräche dann richtig ehrlich, da hat keiner mehr beschönigt keiner mehr gelogen was ja zur sucht gehört, und da habe ich dann irgendwann geglaubt, dass es nie mehr eine Kontrolle geben wird in meinem Leben, das eine Tropfen für mich gleichbedeutend mit Selbstmord auf Raten ist.

Heute fehlt mir da nichts mehr, Alkohol verstärkt doch nur die schlechten Gedanken und wer braucht das. Aber eines gibt es wo er gut zu ist, zum desinfizieren, aber bitte äußerlich und nicht innerlich.

Ich habe auch bemerkt, dass mir das diesmal irgendwie gefehlt hat, die Gespräche beim Rauchen, da war ich immer außen vor.

Ich musste in den 3 Wochen ürbrigends 4 mal blasen. Man hat mir meine Abstinenz wohl nicht geglaubt, habe ich es ja auch anders gemacht als von der Super Suchtklinik Oberbergklinik empfohlen, dann kann man ja auch nicht echt trocken sein. Meine Therapeutin hat mir übrigends 1 Tage vor meiner Abreise noch gesagt sie würde mich jetzt wegen Sucht behandlen weil sie das so wolle. Mündige Patienten die noch einen eigenen Willen haben sind denen wohl nicht ganz geheuer, dabei habe ich extra vorher gefragt wie die Belegung dort ist 50 - 50 wurde mich gesagt. In meiner Gesprächsgruppe waren dann von 9 7 Alkoholiker eine Angehörige und ich. Mit dem Rechnen haben die es dort auch nicht.

Aber es geht um Suchtgedächnis, um lauter kluge Bezeichnungen. Für mich geht es um trocken oder nass. Dazwischen gibt es nichts, ich wusste 20 Jahre nicht warum ich jemanls getrunken hatte, warum ich Alkoholiker bin, mir hat die Gewissheit gereciht dass ich es bin trocken zu bleiben. Und wäre vor 6 Jahren nicht die Depressionen bei mir aufgetreten würde ich es auch heute noch nicht wissen, trocken wäre ich aber wohl auch trotzdem immer noch.

Mir ist manchmal alles heute viel zu kreuz und quer. Ich habe es übertrieben mit dem Alkohol, ich allein und ich muss deswegen trocken leben, mir fehlt der Alkohol auch nicht. Ohne kreuz und quer, mir viel Einfachheit kann man auch eine zufriedene Abstinenz erreichen und nur das zählt.

Was ich in der Therapie alles erlebt habe war der absolute Hammer, bestimmt 3 oder 4 Gründe mit dem Saufen wieder anzufangen. Tun werde ich es trotzdem nicht. Ich bin gerne trocken.

Lieben Gruß
Harry
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