Selbsthilfe-Alkoholiker-Forum für Betroffene und Angehörige bei Suchtproblemen mit Alkohol :: Thema anzeigen - Co-Abhängigkeit Definition II
Selbsthilfe-Alkoholiker-Forum für Betroffene und Angehörige bei Suchtproblemen mit Alkohol  Foren-Übersicht


Selbsthilfe-Alkoholiker-Forum für Angehörige und Betroffene
bei Suchtproblemen mit Alkohol

- anonymer Meinungsaustausch -
 



User befinden sich im Chat

 FAQFAQ   SuchenSuchen   MitgliederlisteMitgliederliste   BenutzergruppenBenutzergruppen   RegistrierenRegistrieren 
 ProfilProfil    Beiträge seit dem letzten Besuch LoginLogin 
 

Co-Abhängigkeit Definition II

 
Neues Thema eröffnen   Neue Antwort erstellen    Selbsthilfe-Alkoholiker-Forum für Betroffene und Angehörige bei Suchtproblemen mit Alkohol Foren-Übersicht -> Grundbausteine für Angehörige
Vorheriges Thema anzeigen :: Nächstes Thema anzeigen  
Autor Nachricht
Tara
Gast





BeitragVerfasst am: Fr 26.06.2009 01:24    Titel: Co-Abhängigkeit Definition II Antworten mit Zitat

Quelle: A.i.d.a. Arbeitskreis Alkohol in der Alltagswelt e.V. (B. H.)

Co-Abhängigkeit

Nicht nur in suchtgeschädigten Familien und Beziehungen

Grundhaltungen


Im Umfeld eines abhängigen Menschen sieht sich ein irgendwie mitbeteiligter Mensch zu bestimmten Haltungen und Handlungen gezwungen, (z.B. Vertuschen der Abhängigkeit, Lügen für den Betroffenen, decken der Fehlhandlungen, Änderungen der eigenen Einschätzung der Lage, etc.) damit das Leben einigermaßen normal weiterlaufen kann, und zwar sowohl für ihn selbst, als auch für den abhängigen Menschen, für Kinder oder sonstige Familie, oder auch für den Betrieb, für die Arbeitsstelle, für Kollegen, für Freunde und Bekannte, und vor allem, nach außen gegenüber Unbeteiligten.


Ebenso finden sich diese Strukturen in anderen Familienbeziehungen, die etwa durch besonderen Jähzorn oder Gewalt eines Elternteiles auffallen, die besonders übertrieben religiösen Vorstellungen verhaftet sind, in Familien mit sexuellen Übergriffen untereinander und ähnlichen Fehlentwicklungen.


Es werden Verhaltensweisen entwickelt, die mehr und mehr zu Verstrickungen führen. Die eigenen Gefühle werden nach und nach verändert, Einstellungen zum Leben und zu moralischen Grundsätzen werden beeinflusst, die gesamte Persönlichkeit des Co-Abhängigen wird sich verändern.


Meist werden durch diese Umstände familiäre Regeln aufgestellt, ohne dass jemals ein Wort darüber verloren wurde, z.B.:

- Über Probleme spricht man besser nicht

- Gefühle, besonders negative, zeigt man besser nicht

- Jeder in der Familie, außer dem betroffenen Menschen, sollte besonders "edel, hilfreich und gut" sein.


Im Prinzip sind dies gesellschaftliche "Erfordernisse", die man einzuhalten genötigt ist, um möglichst lange ein Bild einer intakten, sozial anerkannten und angepassten Familie, Beziehung oder Firma abgeben zu können, bzw. die betroffene Person zu schützen.


Die Co-Abhängigkeit führt auf längere Sicht zu desolater Gesundheit, zu Spätschäden (besonders tragisch bei Kindern von Abhängigen oder Kindern aus Chaos-Familien), zu einer Reihe von Folgeerscheinungen, die weiter dazu führen, dass nur sehr schwer ein Ausweg gefunden werden kann.


Wozu Co-Abhängigkeit niemals führt, ist, dass der abhängige Mensch seine Sucht beendet.


Im Prinzip kann man sagen, dass in den meisten Fällen eine Grunderkrankung der Mitbetroffenen Menschen vorhanden war, die durch die Beziehung zum abhängigen Menschen zum Ausbruch kommt.

Der Prozess des "Abhängigwerdens" ist ein länger dauernder, heimlicher und schleichender Prozess.

Parallel dazu entwickelt sich die Co-Abhängigkeit ebenso leise und unbemerkt, aber ebenso mit ansteigender Tendenz.

Es ist fast wie ein "Angesteckt- werden" mit einem Virus.

Die Krankheitsentwicklung ist eigentlich nicht zu verhindern und schwer zu erkennen, ein Stillstand oder eine Heilung manchmal noch schwieriger zu erreichen, als die Krankheitseinsicht bei einem Abhängigkeitserkrankten.


Beide Entwicklungen sind aber erst auf dem guten Nährboden unserer Gesellschaft möglich und zum großen Teil von eben dieser Gesellschaft überhaupt erst verursacht. Trotzdem tut die Gesellschaft nichts für diese Opfer - im Gegenteil, die Ausgrenzung ist eher der Fall - dies gilt für den Co-Abhängigen ebenso wie für den abhängigen Menschen. Opfer sind eigentlich beide gleichermaßen - Mitbetroffene und Abhängige.


Zum Teil liegt aber gerade dieses Manko wieder begründet in unserer Gesellschaft, die wenig außerhalb der Norm duldet. Zeigt man eine Schwäche, so wird meist, wie in der Tierwelt, der vermeintlich Gesunde über den vermeintlich Kranken herfallen. Allerdings ist anzunehmen, dass etwa 90 Prozent der Mitglieder unserer Gesellschaft eigene schwerwiegende Probleme mit sich herumtragen, und davon der größte Anteil selbst in co-abhängiges Verhalten abgleiten würde, wenn eine ähnliche soziale Konstellation in ihrem Umfeld auftreten würde. Praktisch kaum jemand kann sich davor schützen.
Nach oben
Beiträge der letzten Zeit anzeigen:   
Neues Thema eröffnen   Neue Antwort erstellen    Selbsthilfe-Alkoholiker-Forum für Betroffene und Angehörige bei Suchtproblemen mit Alkohol Foren-Übersicht -> Grundbausteine für Angehörige Alle Zeiten sind GMT + 1 Stunde
Seite 1 von 1

 
Gehe zu:  
Du kannst keine Beiträge in dieses Forum schreiben.
Du kannst auf Beiträge in diesem Forum nicht antworten.
Du kannst deine Beiträge in diesem Forum nicht bearbeiten.
Du kannst deine Beiträge in diesem Forum nicht löschen.
Du kannst an Umfragen in diesem Forum nicht teilnehmen.



Impressum


Powered by phpBB © 2001, 2005 phpBB Group
Deutsche Übersetzung von phpBB.de